Lernspiele dienen dazu, Wissen oder Erfahrungen spielerisch zu vermitteln. Sie sind wichtiger Bestand in der Montessori Pädagogik und werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. Es gibt Lernspiele zur Sprache, Mathematik, Musik, Biologie, Geografie sowie zu Übungen aus dem alltäglichen Leben. Lernspiele richten sich immer an bestimmte Altersgruppen, sind aber in der Regel so ausgerichtet, dass das gleiche Lernspiel in verschiedenen Varianten eingesetzt werden und sich so in seinen Anforderungen an unterschiedliche Altersgruppen anpassen kann.
Ein Beispiel: Mit dem Lernspiel „Tiere auf dem Bauernhof“ werden Kindergartenkindern die verschiedenen Tiere, die auf einem Bauernhof leben, vorgestellt und das Futter, das sie benötigen, ihnen zugeordnet. Grundschulkinder erfahren auf Wissenskarten noch mehr Informationen, z.B. Größe, Gewicht oder Lebensgewohnheiten, die sie ebenfalls den richtigen Tieren zuordnen müssen. Anhand dieser Informationen können die Kinder am Ende der Grundschulzeit dann selbständig kleine Referate erstellen, die sie ihren Klassenkameraden vorstellen können.
Aber auch abstrakte Begriffe können durch Lernspiele leicht und kindgerecht vermittelt werden. Dies ist besonders bei mathematischem Wissen wichtig. Der Zahlenbegriff oder geometrische Figuren sind nicht leicht zu erfassen, mit den Lernspielen nach Montessori werden sie aber im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar. So werden Zahlenkarten mit der gleichen Anzahl von Objekten präsentiert oder die gleichen geometrischen Formen (z.B. Dreiecke) in unterschiedlichen Farben müssen zueinander sortiert werden.
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Der Kindergartenbedarf unterscheidet sich in einem Montessori Kindergarten vor allem in dem zusätzlichen Material, das den Kindern zur Verfügung gestellt wird. Dieses Material wurde nach der Montessori-Methode entwickelt und fördert und unterstützt den kindlichen Forscherdrang und weckt das Bedürfnis, Dinge selbst zu erfahren und zu erleben.
Bei dem so genannten Sinnesmaterial handelt es sich um Material, das tatsächlich mit den eigenen Sinnen erfahren werden kann. Bunte Farben und unterschiedliche Oberflächen laden zum Anfassen ein. Das selbständige Fühlen und Ertasten vermittelt den Kindern ein genaues Bild von Formen, Oberflächen, Proportionen und Gewichten. Da die Materialien streng mathematisch konzipiert wurden, d.h. größere Gegenstände haben immer Zehner-Abstände, können auch abstrakte Größen so anschaulich erlernt werden. Die Kinder bekommen direkt ein Gefühl für ihre Umgebung.
Im Vergleich zu traditionellen Kindergärten ist der Kindergartenbedarf in einem Montessori Kindergarten weitaus breiter gefächert und birgt eine ganz bestimmte Zielsetzung. Dies kann sich auch im Preis niederschlagen, doch hat Qualität eben ihren Preis und wenn die Förderung des Kindes mit dem Montessori Material weitaus erfolgreicher und im Sinne des Kindes vonstatten geht, hat sich diese Investition in jedem Fall gelohnt.
Natürlich gibt es in einem Montessori Kindergarten auch Spielzeug, das man in jedem anderen Kindergarten findet, doch die Erzieher berichten immer wieder, dass diese Spielsachen kaum die Aufmerksamkeit der Kinder wecken und so richtet sich der Kindergartenbedarf größtenteils doch nach den Montessori-Materialien.
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Unter dem Begriff Montessori werden alle pädagogischen Grundprinzipien zusammengefasst, die auf die italienische Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori (1870-1952) zurückgehen.
Das Montessori Motto lässt sich vereinfacht mit dem Leitspruch „Hilf mir, es selbst zu tun“ zusammenfassen. Dies bedeutet, dass den Kindern Hilfestellung bei der selbstständigen Entdeckung und dem aus dem eigenen Antrieb heraus motivierten Lernen gegeben werden soll, ohne sie zu einer bestimmten Tätigkeit zu zwingen. Montessori bedeutet die Achtung und Wertschätzung der Kinder und der Annahme ihrer individuellen Persönlichkeit, nach der alle Maßnahmen und Bildungsangebote auszurichten sind. Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten, die eine natürliche Freude am Lernen besitzen, welche durch die richtigen Angebote erhalten und gefördert wird. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die von Maria Montessori postulierten sensiblen Phasen oder sensitiven Perioden, die bei jedem Kind, allerdings nicht immer zur exakt gleichen Zeit auftreten und die durch eine erhöhte Sensibilität gegenüber bestimmten Lernprozessen und –erfahrungen gekennzeichnet sind. Diese Perioden sind im Sinne des Kindes auszunutzen, um die natürliche Neugier und der kindliche Entdeckerdrang zu fördern anstatt zu bremsen, hier ist die sorgfältige Beobachtung und Schulung der Erzieher gefragt, um diese Phasen richtig zu erkennen.
Im Rahmen der Montessori Pädagogik wurden verschiedene Lehr- und Lernmaterialien entwickelt, die eben diesen Zielen dienen und für verschiedene Altersgruppen in Kindergärten und Schulen konzipiert wurden.
Montessori ist bis heute eine hochaktuelle Methode der Pädagogik, die nicht zuletzt aufgrund der schlechten Ergebnisse der traditionellen Schulformen bei den PISA-Studien zu Recht einen neuen Trend erlebt.
In einem Montessori-Kindergarten werden Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren mit Hilfe der Montessori-Grundsätze erzogen. Idealerweise entspricht der Montessori Kindergarten sowohl architektonisch als auch in seiner Einrichtung den Prinzipien der vorbereiteten Umgebung. Hier werden altersgemäße Lernanreize angeboten, die das Kind jederzeit annehmen kann, wann und wie es möchte. Mit Hilfe von Sinnesmaterialen erleben die Kinder quasi am eigenen Leib, wie unterschiedlich sich Materialien anfühlen, anhören oder schmecken können. In einem Montessori Kindergarten haben soziale Kompetenzen und Verantwortung eine große Bedeutung. So erlernen die Kinder einen höflichen und freundlichen Umgang miteinander, gegenseitiges Helfen und die Rücksichtnahme aufeinander.
Die von Maria Montessori geforderte Altersmischung soll sich ihrer Ansicht nach nicht nur innerhalb des Kindergartens oder der Schule durchsetzen, sondern auch zwischen Kindergarten und Grundschule. In vielen Montessori Kindergärten gibt es gemischte Gruppen mit behinderten und nicht-behinderten Kindern. Der Begriff „behindert“ ist hier allerdings nicht gerne gesehen, es sind einfach Kinder mit besonderen Bedürfnissen.
Mittlerweile haben die Montessori-Grundsätze auch in vielen Kindergärten anderer Träger Einzug gehalten, auch wenn sie nicht als solche bezeichnet werden. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit eines Kindes ohne Zwang wird von vielen Erziehern und Erzieherinnen als wichtigste Basis für eine gesunde Entwicklung angesehen, ein großer Erfolg für die Montessori-Methode!
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An einer Montessori Schule werden die pädagogischen Konzepte von Maria Montessori für Kinder verschiedener Altersklassen umgesetzt. Grundlage und zugleich zentraler Bestandteil sind hierbei das Konzept der vorbereiteten Umgebung und das der Freiarbeit. Wie in anderen Montessori-Einrichtungen ist es Ziel der Erzieher und Lehrer, den Schülern eine Umgebung zu schaffen, in der sie genug Bewegungsfreiheit haben, um Aktivitäten anzuregen und diese ohne Zwang auszuüben.
Die von Montessori empfohlene Methodenvielfalt wird auch an Montessori-Schulen eingesetzt, d.h. neben der Freiarbeit kommen verschiedene didaktische Methoden zum Einsatz. Hierzu gehören beispielsweise gemeinsame Gespräche, aber auch Fachunterricht. Jedes Fach kann in Anlehnung an die Montessori-Grundsätze unterschiedlich gehandhabt werden, so wird historisches Wissen häufig direkt vor Ort durch Exkursionen oder Museumsbesuche mit eigenständigen Erfahrungen mit den Objekten oder Kunstwerken vermittelt.
In der Montessori Schule wird die herkömmliche Notengebung, wie sie an traditionellen Schulen üblich ist, prinzipiell abgelehnt, da sie auf die Schüler als Belohnung oder Bestrafung wirkt und das freiwillige und selbständige Lernen negativ beeinflusst. Auch das Menschenbild und die bewerteten Leistungen entsprechen nicht dem Montessori-Ansatz, denn neben der Vermittlung von klassischem Wissen hat hier vor allem die moralische, soziale und religiöse Erziehung eine hohe Bedeutung. Da es in unserer Gesellschaft jedoch nahezu zwingend erforderlich ist, den Leistungsstand eines Schülers dokumentieren zu können, sind einige Montessori Schulen einen Kompromiss eingegangen und führen Lernberichte im engen oder weiteren Sinn.
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